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Was bedeutet Demenz?

Der Begriff Demenz bezeichnet einen Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Man versteht darunter vor allem die Abnahme von Gedächtnisleistung und Denkvermögen. Dieser Verfall betrifft zunächst die Aufnahme bzw. das Wiedergeben neuer gedanklicher Inhalte, sodass die Orientierung (wo bin ich, was passiert gerade), die Urteilsfähigkeit, aber auch die Sprach- und Rechnenfähigkeit und Teile der Persönlichkeit zerstört werden. Dies kann sich in den Alltagsaktivitäten wie Waschen, Kochen oder Einkaufen niederschlagen. Eine Vergesslichkeit allein bedeutet noch keine Demenz. Die Betroffenen können aggressiv oder enthemmt, depressiv oder in ihrer Stimmung sprunghaft werden, was für Angehörige und Pfleger erhebliche Probleme aufwirft.

Etwa acht bis 13 Prozent aller Menschen über 65 Jahre leiden unter einer Demenz. Bei den über 90-Jährigen sind es sogar 40 Prozent. Nach Schätzungen von Patientenverbänden leben in Deutschland weit über eine Million Menschen mit altersbedingten Hirnleistungsstörungen. Vermutlich wird diese Zahl noch weiter steigen, weil der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung zunimmt. Schon heute ist Demenz der häufigste Grund für eine Einweisung ins Pflegeheim.

Wie entsteht eine Demenz?

Eine Demenz entsteht aufgrund einer Reihe möglicher Erkrankungen. Als häufigste Ursache wird heute die 1906 von dem deutschen Neuropsychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer beschriebene und später nach ihm benannte Erkrankung angesehen (Alzheimer-Krankheit). Bei der Alzheimer-Krankheit werden die Nervenzellen durch krankhafte Eiweiße (Beta-Amyloid, Tau-Protein) in ihrer Funktion gehemmt. Dies führt in den Hirnregionen, die für die Merkfähigkeit verantwortlich sind, zu einem Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin.

Prinzipiell können alle Veränderungen im Gehirn das Bild einer Demenz hervorrufen. Solche Veränderungen können durch andere körperliche Erkrankungen entstehen, vor allem durch Durchblutungsstörungen. Bei dieser vaskulären Demenz kommt es häufig schlagartig zur Verschlechterung der Gehirnleistung und es treten anderweitige Zeichen eines Schlaganfalls auf wie zum Beispiel Sprachstörungen.

Ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz gibt es weitere typische Abbauprozesse im Gehirn, die mit dem Bild einer Demenz einhergehen. Neu gesichert wurde die so genannte "Demenz mit Lewykörperchen". Sie gilt inzwischen nach der vaskulären Demenz als die dritthäufigste Demenzform.

Stoffwechselstörungen (zum Beispiel Vitamin-B12-Mangel (Schilddrüsenerkrankungen), chronische Vergiftungen (Alkoholismus), raumfordernde Prozesse im Gehirn (zum Beispiel Gehirntumoren) sowie Infektionen des Gehirns (zum Beispiel Aids, Creuzfeld-Jakob-Erkrankungen) können ebenfalls zu einer Demenz führen und sind häufig behandelbar.

Die Unterscheidung dieser Ursachen ist für den Fachmann nicht immer einfach, zumal zunehmend auch ein deutliches Überlappen mehrerer Ursachen für die Entstehung der Demenz diskutiert wird. So führen Volkskrankheiten wie erhöhter Blutdruck oder Diabetes mellitus zu einer Verschlechterung einer bestehenden Demenz bzw. rufen diese durch Hirngefäßschädigungen mit hervor.

Was sind typische Anzeichen für eine Altersdemenz?

  • Vergesslichkeit, unpräzises Denken

  • Orientierungslosigkeit

  • Sprachstörungen

  • Eingeschränktes Urteilsvermögen

  • Persönlichkeitsveränderungen

  • Antriebsverlust

Als erstes Symptom ist eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses meist schon im Alter von 60 bis 70 Jahren zu beobachten. Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung lassen nach, Sprachstörungen treten auf, die Müdigkeit nimmt zu. Häufig treten in der Anfangsphase die Symptome einer Depression auf. Später kommt es auch zu Halluzinationen. Die Betroffenen sehen dann Dinge, die real nicht exisistent sind. Mancher raucht etwa eine nicht vorhandene Zigarette oder sieht kleine, undefinierbare Tierchen auf dem Teppich. Später fällt es den Demenzkranken schwer, Dinge und Personen wieder zuerkennen. Alltagsfähigkeiten - wie Ankleiden, Essenszubereitung oder Einkaufen - gehen verloren. Im Endstadium verstummen die Patienten oft, sie sind bettlägerig und völlig auf die Hilfe anderer angewiesen.

 

Wie geht unsere Einrichtung bei der Behandlung von Menschen mit Demenz vor?


Für alle Demenzfälle gilt, dass dem geistigen Zerfall nicht tatenlos zugesehen werden kann. Unser Ziel ist daher, dass Betroffene möglichst lange ihren Alltag selbst bewältigen können. Dazu wird in unserer Einrichtungen in allererster Linie ein spezielles Hirnleistungstraining eingesetzt. Dabei begleitet ein Psychologe und unser fachkundiges Pflegepersonal die dementen Patienten durch den Tag und übt mit ihnen erneut das Zurechtkommen im Alltag ein. Vorteil dabei ist, dass wir auch die  Angehörigen in diesen Prozess mit einbeziehen. Außerdem kann durch Krankengymnastik und die Nutzung handwerklicher und künstlerischer Fähigkeiten unter Anleitung unserer Ergotherapeutin zu einer Erhöhung der geistigen Arbeitsbereitschaft kommen.

Aber auch mit Medikamenten kann heute einiges erreicht werden. Sie sollten jedoch am besten im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie, also mit zusätzlichem Hirnleistungstrainig, verschrieben werden. Ziel ist dabei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder vorrübergehend zum Stillstand zu bringen. Diese Substanzen wirken individuell sehr unterschiedlich. Ein Behandlungsversuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn er vielleicht nicht zu deutlichen Veränderungen führt. Da eine Demenz laufend fortschreitet, ist es bereits ein Behandlungserfolg wenn sie sich nicht verschlechtert.

Der unser Haus begleitende Facharzt wird dabei die entsprechenden Medikamente verordnen und die Ergotherapeutin die notwendigen therapeutischen Maßnahmen einleiten.

Wie helfen wir dementen Bewohner/innen im Alltag?

  • Wir achten auf eine ausgewogene, vitamin- und fischölreiche Ernährung mit reichlich Flüssigkeit.

  • Wir erleichtern dem Bewohner die Orientierung durch einen gut strukturierten Tagesablauf, Uhren und Kalender.

Prognose

Die Heilung der Demenz ist meist nicht möglich. Mit Hilfe einer Kombination aus Medikamenten und speziellem Hirnleistungstraining kann jedoch das Fortschreiten der Demenz häufig aufgehalten werden. Dafür setzen wir uns ein.

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